Vogelschutz und Gehörschutz oder: Kirchenrenovierung - der Countdown läuft!

Anfang des neuen Jahres ist es soweit. Sobald die Weihnachtsferien vorbei sind, fällt der offizielle Startschuss für die Außensanierung der Petruskirche. Wenn das Wetter mitspielt, werden ab dem 8. Januar 2018 der Turm und der Chorbereich eingerüstet. Der ungewöhnlich frühe Termin ist notwendig, weil die Arbeiten bis zum 10. Februar abgeschlossen sein müssen. Dann beginnt nämlich die Balz- und Brutzeit der geschützten Vogelarten im Turmbereich.

Sobald das Gerüst steht und das Wetter mitspielt, werden die Handwerker ihre Arbeit aufnehmen. Hier nur drei Beispiele:

  • Die Steinmetze tauschen porös und brüchig gewordene Steine aus, verfugen sie neu und beheben die Schäden im Sockelbereich.
  • Die Zimmerleute beginnen mit der Restaurierung des Dachstuhls im Chor und Turm. Dazu werden viele alte Balken ausgebaut und nach alter Handwerkskunst durch neue ersetzt.
  • Für die Fassadenrenovierung muss noch ein Gutachten erstellt werden, damit auch dort die Arbeiten zügig beginnen können.

Leider ist eine so große Baumaßnahme nicht ohne Beeinträchtigung des normalen Kirchenbetriebs möglich. Deshalb gelten während der Bauzeit folgende Änderungen und Einschränkungen:

  • Dank des guten ökumenischen Miteinanders finden die Trauerfeiern ab Beginn der Bauarbeiten in der katholischen St. Peter- und Paulkirche statt. Dafür ein herzliches Dankeschön an die katholische Kirchengemeinde!
  • Die Trauungen sowie Gottesdienste am Wochenende finden wie gewohnt in der Kirche statt. Voraussichtlich wird wegen der Materiallagerung der Kirchgarten nicht betretbar sein.
  • Der Weg vom Friedhof zum Kelterplatz durch den Kirchhof wird gesperrt. Es besteht die Möglichkeit, vom Friedhof über den Seitenausgang am Petrushof zum Kelterplatz zu gelangen.
  • Auch wird das Geläut der Petruskirche in dieser Zeit nur eingeschränkt zu hören sein. Die Glocken müssen zeitweise abgeschaltet werden, damit ein "ungestörtes" Arbeiten am Turm möglich ist.

Die Außenrenovierung im Detail

Bei der Innenrenovierung 2012 wurde durch Sachverständige festgestellt, dass die Kirche auch außen in größerem Maße sanierungsbedürftig ist. Eine etwaige Reparatur bis 2019 wurde dringend nahegelegt. Neben dem Anbringen eines Blitzschutzes an Turm und Chor, der Überarbeitung und dem Neuanstrich von Holzflächen und Traufgesimsen sowie der Erneuerung des Bodenbelags im westlichen Kirchhof, geht es bei der Außenrenovierung v.a. um folgende Bereiche:

  • Dachstuhl und Dach (über Chor und Kirchenschiff müssen morsche Dachbalken ersetzt, das Dach zum Teil neu gedeckt werden)
  • Steine und Verputz/Anstrich (Steine müssen ausgetauscht, die Fassade ausgebessert werden)
  • Regenwasserführung

Die Sanierungsarbeiten dienen dazu, den Dachstuhl wieder stabil zu machen sowie für ein dichtes Dach zu sorgen. Desweiteren geht es darum über den Einsatz neuer Steine und die Erneuerung des Verputzes sowie das Anbringen von Regenwasserableitungen die Petruskirche vor Witterungseinflüssen insbesondere Feuchtigkeit zu schützen, damit die Kirche trocken und in ihrer Bausubstanz gesund bleibt.

Einen detaillierten Eindruck der einzelnen Schäden erhalten Sie nachfolgend.

Schäden an Dach und Dachstuhl

Im Dachstuhl über dem Kirchenschiff sind zahlreiche Balken schadhaft. Im Turm sind einige Hölzer von Pilz befallen, im Chor stellenweise angefault. Bei der Mönch-Nonnen-Ziegeldeckung über dem Chor fehlt z.T. der wegen der starken Dachneigung hier wichtige Mörtel oder ist vermoost. Außerdem sind die Ziegel selbst teilweise schadhaft. Damit ist das Dach undicht, was Feuchtigkeitsschäden im Innern verursacht hat.

Schäden an Steinen und Putz

Weite Teile der Sockelgesimse - also der sichtbaren Steinstufe in Bodennähe rund um die Kirche - sind durch sogenannte "Absandung" beschädigt. Hier ging dem verwendeten Sandstein im Laufe der Jahrhunderte durch Feuchtigkeit und chemische Prozesse sein ursprüngliches Bindemittel Ton verloren. Folge: der Hauptbestandteil des Sandsteins, nämlich die Sandkörner wurden ausgewaschen. Ebenso betroffen sind verschiedene Pfeilerköpfe im Chorbereich sowie der Ortgang (also die Oberkante des Giebels zu den Dachpfannen) der Westfassade. Hier hilft in fast allen Fällen nur ein Ersatz der betroffenen Steine. Desweiteren muß an vielen Stellen über die ganze Kirche der Putz erneuert und dann das Gotteshaus gestrichen werden. Die Petruskirche besitzt einige sandsteinerne Epitaphe (Grabdenkmäler) in der Außenwand der Kirche. Diese sind bis zur Unkenntlichkeit verwittert und sollen im Rahmen der Außenrenovierung restauriert werden. 

Schäden an Regenwasserführung

Instandsetzung, teilweise erstmalige Ausführung von Schutz- und Ableitvorrichtungen für Wasser wie z.B. Dachrinnen, Fallrohre und Blechverwahrungen an sensiblen Stellen im Dachbereich, beispielsweise beim Übergang vom Turm zum Chor.

Schäden an Fenstern und Simsen

Die Holzflächen an den Fenstern und die Traufgesimse müssen überarbeitet und neu gestrichen werden, damit sie wieder vor Witterungseinflüssen geschützt sind. Die Bleiverglasungen benötigen teilweise eine Neuverkittung.